Husten 2

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Pflegetipps altgedienter Stallmeister

Husten ernst nehmen!

Gegen Husten ist so manches Kraut gewachsen, und eine Behandlung durch den Pferdehalter nach diesen oder anderen Rezepten der Naturheilkunde ist durchaus erfolgversprechend. Bedenken Sie aber, daß Husten eine ernstzunehmende Erkrankung ist, die unbedingt ausdiagnostiziert werden muß, bevor man ihr mit schulmedizinischen Mitteln oder mit Hausmitteln zu Leibe rückt. Insbesondere, wenn das Pferd fiebert - und Fiebermessen sollte bei jedem Huster die erste Maßnahme des Pferdehalters sein! - muß sofort ein Tierarzt zu Rate gezogen werden.

Hustentee

Ideal zur Vorbeugung gegen Atemwegserkrankungen und zur Unterstützung der Therapie bei bereits bestehenden ist dieses Hustentee-Rezept:
Die Teemischung besteht aus je 25 g Thymian, Salbei, Anis, Kamille, Malve, Huflattich, Spitzwegerich, Schafgarbe, Königskerze und Lungenkraut.
Man brüht den Tee auf (etwa eine Handvoll Kräuter auf eine Kanne Wasser), lässt ihn 10 Min. ziehen und gießt ihn dann (nicht zu heiß!) über das Kraftfutter der Pferde. Die Kräuter können mit verfüttert werden. Sie werden gern gefressen.

Hinweis: Huflattich darf tragenden Stuten nicht gegeben werden !!!

Teetasse

Zwiebelsirup

wirkt unterstützend bei Bronchialerkrankungen und auch vorbeugend gegen Husten. Etwa 8 Zwiebeln werden in Scheiben geschnitten und mit einem Glas Honig 24 Stunden angesetzt. Mehrmals umrühren!
Von dieser Mischung erhält das Pferd dreimal am Tag 3 Esslöffel, wer es an sich selbst probieren möchte, kommt mit 1 Esslöffel aus. Wenn das Pferd sie mag, können die Zwiebelringe mit verfüttert werden. Ansonsten streichen Sie den Honig durch ein Sieb.
Wenn Sie mehrere Tagesrationen auf einmal zubereiten und in Portionsdöschen (Marmeladegläser) abfüllen, ist die tägliche Verfütterung kein Problem. Die Mischung wird mit dem Kraftfutter gern aufgenommen.

Zwiebel

Lorbeer für Huster

Bei Reizungen der oberen Luftwege, wie sie durch Heustaub oder nach einem Ausritt durch frischgespritzte Felder gelegentlich auftreten, hilft ein Tee aus Lorbeerblättern und Thymian. Auf eine Kanne Wasser nimmt man 2 Esslöffel Lorbeerblätter und 1 Esslöffel Thymian. Der Tee wird mit kochendem Wasser aufgegossen und muß etwa 10 Min ziehen, bevor man das Kraftfutter damit übergießt (Vorsicht: nicht zu heiß)
Er ist gut für Reiter und Pferd und schmeckt besser, wenn man ihn mit Honig süßt.

Grassamenheu

Vielen Heuallergien kann man vorbeugen, indem man das für Pferde bestimmte Heu erst nach der Blüte schneidet. Auch sollte das Mähwerk nicht zu tief eingestellt werden, damit Verunreinigungen des Heus durch Erde ausbleiben. In Gegenden, in denen Grassamengewinnung betrieben wird, kann man für Pferde auch so genanntes “Grassamenheu” kaufen. Es wird nach der Blüte geschnitten und gedroschen. Der Nährstoffgehalt ist zwar erheblich geringer als der von “normalem” Heu, aber das ist besonders bei der Verfütterung an Robustpferde eher ein Vorteil. Bei Warmblütern kann es durch höhere Kraftfuttergaben ausgeglichen werden.
Ein Problem bei der Verwendung von Grassamenheu ist allerdings der Zeitpunkt der Ernte. Es wird viel später geschnitten als anderes Heu und verregnet in unseren Breiten folglich leicht.

Heutauchen

Taucht man Heu für ein allergisches Pferd, so empfiehlt es sich, dem Wasser Kochsalz oder Viehsalz zuzusetzen. Das verbessert den Geschmack und die Bekömmlichkeit des Heus und sorgt zusätzlich dafür, daß das Wasser nicht zu schnell “umkippt”. Man kann das Tauchwasser also mehrmals (zwei bis dreimal) verwenden.

Heu- oder Strohallergie?

Husten “Heuallergiker” weiter, obwohl das Heu nun schon getaucht oder gegen Grassamenheu ausgewechselt wurde, dürfte die Ursache in der Stroheinstreu liegen. Am Besten wechselt man sie gegen Sägespäne aus Futterstroh wird wie Heu getaucht. Am häufigsten löst übrigens Weizenstroh solche Allergien aus, da es oft vom Mehltau befallen ist. Mitunter genügt es also, von der Weizenstroheinstreu zur Hafer- oder Gerstenstroheinstreu zu wechseln.

Inhalieren

Inhalieren als Mittel, den Nasenausfluß bei Atemwegserkrankungen des Pferdes anzuregen, wurde von fortschrittlichen Roßärzten schon 1796 verordnet (z.B. Heinrich Daum).

  • Rezept nach H. Daum:
  • sechs Hände voll Kamillenblumen und drei Hände voll Majoran
  • in 5 Maß Wasser eine Zeit lang kochen lassen
  • dies sodann in einen Eimer unter den Kopf eines Pferdes stellen und den Kopf mit einem Tuche abdecken.

Inhalator schnell gebaut

Ein Inhalator fürs Pferd ist mittels eines kleinen Eimers und einer Kunststofflasche mit Schraubverschluß leicht gebastelt. Man versieht dazu den Boden des Eimers mit einem runden Loch im Durchmesser des Flaschenhalses und durchlöchert zudem den Schraubverschluß. Der Eimer wird mit einem Strick oder Lederriemen versehen, der ihn am Pferdekopf hält. Nun füllt man die Flasche zu einem Drittel mit warmem (auf keinen Fall heißem oder gar kochendem) Wasser und ein paar Tropfen Eukalyptusöl, japanischem Heilpflanzenöl oder womit immer man inhalieren will. Man steckt den Flaschenhals durch den Eimerboden, fixiert ihn dort mittels Schraubverschluß und hängt dem Pferd den Inhalator um. Nach kurzer Gewöhnungszeit wird es die Behandlung genießen.

Senfumschlag

Bei Lungenerkrankungen empfahlen alte Veterinäre die Unterstützung der Behandlung durch warme Senfumschläge. Dazu rührte man 1 kg Senfmehl mit warmem Wasser an und strich die Masse auf Leinwandlappen, die man dann auf die angefeuchtete Brust legte. Sie wurden mit Wolldecken und Gurten fixiert und verblieben 2-3 Stunden am Pferd.
Eine Paste aus Senf und Essig wurde auch gern im Kehlkopfbereich des hustenden Pferdes angebracht. Hier werden keine aufwändigen Verbände benötigt. Es genügt, die Kehle des Pferdes (von außen) 2 mal täglich einzureiben. Auch im Rippenbereich rieten Tierärzte des 19. Jahrhunderts zum Senfumschlag.

Luftsackentzündung

 

Fütterung vom Boden aus

Tritt eine Luftsackentzündung beim Fohlen auf, so ist sie in der Regel die Folge einer Missbildung im Zugangsbereich zum Luftsack. Zu Zeiten des alten Stallmeisters bedeutete das ein Todesurteil für Fohlen. Heute ist das Problem durch Laserchirurgie leicht - und preisgünstig - zu beheben. Informationen erhalten Sie in der Tierklinik.

 

Ein Pferd, das unter Atemwegserkrankungen leidet, füttert man grundsätzlich vom Boden. unter den leichten Kieferbewegungen beim Kauen entleert sich nämlich der eventuell in den oberen Luftwegen vorhandene Schleim.

 

Hustenleckstein

Beim Durchsehen der Literatur finden sich die verschiedensten alten Rezepte zur Herstellung  von Hustensirup für Pferde. Man verarbeitet dazu Tinkturen aus Huflattich, Thymian, Salbei, Goldmelisse und vielen anderen Heilpflanzen, manchmal werden die Pflanzen auch frisch verarbeitet. Die grundsätzlichen Nachteile bestehen jedoch in der oft langen Herstellungszeit (etwa 2 Monate) und dem Zuckerreichtum aller Rezepte. Da Pferde genauso kariesgefährdet sind wie Menschen, verzichten wir hier auf den Abdruck dieser Tips und greifen ausnahmsweise auf ganz moderne Rezepte zurück. Basieren auf Ideen der “Hobbythek” hier der zuckerfreie Hustenleckstein:

  • 500 g Xylit (Zuckeraustauschstoff, in Hobbythekläden zu bekommen)
  • 10 Tropfen Eukalyptusöl
  • 7 Tropfen Anisöl
  • 7 Tropfen Fenchelöl
  • 7 Tropfen Thymianöl
  • 7 Tropfen Kamillenöl


Zerstoßen Sie einen kleinen Teil der Xylitmenge zu Puderxylit. Der Rest wird im Kochtopf erwärmt, bis er zu schmelzen beginnt. Dann fügen Sie die Öle hinzu. Es ergibt sich eine wohlriechende, dickflüssige Masse, die Sie dann in eine vorher mit Puderxylit ausgestreute Form geben. Auch darüber wird Puderxylit gestreut. Im Laufe von 2-3 Tagen rekristalisiert sich die Masse, wird fest und kann aus der Form gelöst werden. Falls Sie eine sehr hohe Form gewählt haben, kann es sinnvoll sein, nach den ersten Stunden des Abkühlens noch etwas Puderxylit unterzuheben. Das beschleunigt die Kristallisierung.

Frische Luft für Huster

Hustende Pferde sollten auf keinen Fall den ganzen Tag im Stall stehen. Ruhige Bewegung tut gut und wirkt schleimlösend - aber bitte im Gelände und nicht in der staubigen Reithalle! Optimal ist die Unterbringung des Husters in einem Offenstall. die Umstellung muß allerdings vorsichtig, idealerweise im Anschluss an einen sommerlichen Weideaufenthalt, erfolgen. Ein alter Stallmeister brachte seinen Schülern diese Weisheiten 1864 in griffigen Versen bei:

Lorbeer
Heu tauchen
Pferd Inhaltor
Frische Luft für Huster
Pergament mit Gedicht

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