Pferd 3

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Ober- und Unterkiefer weisen je drei Schneidezähne (Zange, Mittel- und Eckzahn) und sechs Backenzähne auf- Insgesamt haben männliche Pferde in der Regel 40, Stuten 36 Zähne.

Form und Stellung der Schneidezähne verändern sich im Laufe der Zeit, die Vertiefungen auf der Kaufläche werden “Kunden” genannt.

Pferdegebiss

Pferdegebiss

Pferdegebiss

Allmähliche Abnutzung der Kauflächen.
Die Kunden schleifen sich völlig ab.

Der Einfluß eines 8-jährigen Pferdes:
Die Schneidezähne stehen im stumpfen Winkel zueinander

Älteres Pferd:
Die Schneidezähne stehen spitzwinklig aufeinander.

Wie Pferde hören

Pferde hören ausgezeichnet, und sie erinnern sich hervorragend an einmal Gehörtes. Manch ein Pferd hat sein Leben lang Angst vor Geräuschen, die eigentlich harmlos sind. Meist hat es dann irgend etwas Unangenehmes erlebt, das mit diesem Geräusch zuammen hing.

Ein Beispiel: Ein Pferd hatte nie Angst vor der Motorsäge -  bis zu einem bestimmten Tag: Bei einem Ritt durch den Wald in dem Holzfäller Bäume fällten. Sie konnten den Reiter nicht sehen und der Reiter wußte nicht, daß hier gefällt wurde. Sie sägten an einem Baum mit einer Motorsäge und genau in dem Moment, als der Reiter neben ihnen war, viel der Baum und begrub Reiter und Pferd fast unter sich. Das Pferd galoppierte in völliger Panik los und war erst ein ganzes Stück weiter wieder zum Halten zu bringen. Der Reiter ritt zurück zu der Stelle und hat sich mit dem Pferd den Baum angesehen. Das Pferd konnte feststellen, daß der Baum selbst eigentlich ganz harmlos war. Aber seither hat es Angst vor der Motorsäge, und das ist von seinem Standpunkt aus auch logisch.

So etwas gibt es öfter. Vielleicht kennen Sie auch Pferde, die sofort aufgeregt werden, wenn sie eine bestimmte Musik hören - meist Blasmusik. Sie sind schon oft auf Jagden oder Umzügen mitgegangen und wissen, daß sie bei dieser Musik etwas Besonderes erwartet. Für manche bringt diese Musik schöne Erinnerungen, für andere dagegen schlimme.

Ein Beispiel ist hier auch die Probe einer Quadrille mit einem Pferd, das bei dieser Quadrille das erste Mal dabei war, da es neu auf dem Hof. Als die Musik erklang, ist er nicht nur gelaufen, er ist tatsächlich zur Musik im völligen Einklang taktklar getanzt !!

Ein Beispiel sind hier auch meine eigenen Pferde: Sie erkennen durch den unterschiedlichen Pfiff ob ich sie von der Weide holen oder ihnen nur mitteilen will, daß ich im Stall bin und es ihnen überlasse, ob sie zu mir in den Stall hochkommen wollen oder ob sie auf der Weide bleiben.

Das besondere am Gehör der Pferde ist, daß sie - ähnlich wie sie sehen - nach allen Richtungen hören können. Ein Pferdeohr kann sich fast rundherum drehen, nur nach innen fehlt ein kleines Stückchen. Das macht aber nichts, denn was das linke Ohr nach innen nicht hören kann, hört das rechte Ohr, wenn es nach außen gestellt ist.

Da Pferde so gut hören und sich an einmal Gehörtes so gut erinnern, ist die Stimme des Menschen auch von großer Bedeutung für sie: Mit der Stimme kann man sie loben und strafen, man kann zärtlich mit ihnen sein oder sie auffordern, sich doch bitte ordentlich zubenehmen.

 

Daher ist es kaum zu verstehen, daß viele Reitlehrer es nicht dulden, wenn man in der Reitstunde mit dem Pferd spricht. Wir Menschen können eben unsere Körpersprache nicht so gut einsetzen wie die Pferde - wir brauchen unsere Stimme als Verständigungsmittel, und die Pferde verstehen sie ja auch. In der Reitstunde und beim Turnier ist das Sprechen dann plötzlich nicht mehr erlaubt! Wenn man der Sache auf den Grund geht, stellt sich heraus, daß die Sitte, auf dem Pferd nicht zu sprechen, noch aus der Zeit stammt, als die Reiter hauptsächlich für die Armee ausgebildet wurden. Damals ging es sehr streng zu, und die Reitschüler hatten den Mund zu halten.

Aufmerksames Pferd

Pferd hör tnicht zu

Pferd hört seiner Reiterin genau zu

Nach vorn  sind die Ohren dieses Pferdes gerichtet. Dorthin wird es gleich gehen, und es will erkunden, was es dort erwartet.

Dieses Pferd hört seiner Besitzerin überhaupt nicht zu - es lauscht nach irgendwas Interessantem hinter sich.

Dieses Pferd hört seiner Reiterin genau zu. Man kann es daran erkennen, wie es ein Ohr nach vorne, das andere nach hinten stellt, um zu hören, was seine Reiterin von ihm will.

Dabei ist die Stimme ein wichtiges Hilfsmittel. Beim Longieren beispielsweise und überhaupt bei der Ausbildung junger Pferde ist sie unerläßlich! Gut ausgebildete Westernpferde gehorchen der Stimme so gut, daß der Reiter die Zügel kaum gebrauchen muß.
Vor fast hundert Jahren gab es in Ungarn einen Mann, der auch die wildesten Pferde zähmen konnte. Man nannte ihn den “Flüsterer”, weil er mit den Pferden nur im leisesten Flüsterton sprach. Und die Pferde, die meist schon viel zu oft angebrüllt worden waren, weil man sie nicht verstand, hörten ihm zu. Der Mann redete manchmal stundenlang in leisem Ton auf die wilden und verstörten Pferde ein - und mit der Zeit bekamen alle Vertrauen zu der Stimme, die niemals laut wurde.

Wir müssen also darauf achten, unsere Stimme richtig einzusetzen. Mit ihr kann man ein Pferd loben, aber auch strafen - das darf man nie vergessen !!!

Was Pferde durch Riechen erfahren

Der Geruchssinn ist für Pferde eine der wichtigsten Informationsquellen. Wir Menschen vergessen das oft, denn unsere Nase reicht bei weitem nicht an die unserer Vierbeiner heran. Wie wichtg der Geruch für sie ist, kann man beobachten, wenn sich zwei fremde Pferde treffen oder wenn befreundete Pferde sich begrüßen. Immer wird zuerst der Geruch des anderen aufgenommen. Die Pferde stecken ihre Köpfe zusammen und pusten sich gegenseitig in die Nüstern. Sind sie sich fremd, quietschen sie dann meist ein bißchen, das heißt: “Huch, du richst so fremd, wo kommst du denn her!”

Wenn Pferde sich aber sympathisch sind, beginnen sie damit, sich gegenseitig gründlich und ausgiebig zu beschnuppern. Das dauert oft einige Minuten lang, und manchmal hebt eines der Pferde plötzlich den Kopf und klappt die Oberlippe hoch. Das nennt man “Flehmen”, und es bedeutet, daß der Geruch, den das Pferd gerade in die Nase bekam unheimlich war. Das kann ein guter, aber auch ein unangenehmer Geruch sein. Durch das Flehmen zeigt das Pferd an, daß es von ihm beeindruckt ist, es saugt ihn sozusagen tief in sich ein.

Diese beiden Pferde pusten sich in die Nüstern

Dieses Pferd flehmt und saugt den Geruch tief in sich ein.

Diese beiden Pferde pusten sich in die Nüstern.

Dieses Pferd flehmt und saugt den Geruch tief in sich ein.

Befreundete Pferde, die sich längere Zeit nicht gesehen haben, pusten sich zur Begrüßung lange Zeit sanft in die Nüstern. Pferde bekommen durch Gerüche Botschaften. So sind sie auch immer am Kot von Artgenossen interessiert, die sie nicht kennen. Äpfelt ein neu hinzugekommenes Pferd auf einer Weide, so werden die anderen, die sich schon kennen, sofort angelaufen kommen und den Haufen gründlich beschnuppern. Offensichtlich erfahren sie, ob es sich um einen Hengst, Stute oder Wallach handelt; vermutlich aber auch, ob es ein altes oder ein junges Pferd ist, ob es aus dem Stall oder von der Weide kommt, was es dort gefressen hat und ob es gesund ist.

Oft äpfelt dann das ranghöchste Pferd der Herde genau auf diesen Haufen. Es übertüncht damit den Geruch des Neuen und zeigt an, daß es der Herr der Herde ist. Kein fremder Geruch soll seinen Herrschaftsanspruch stören.

Der Geruchssinn der Pferde ist so empfindlich, daß sie auch die Ausdünstungen der Haut des Menschen richen und deuten können. Der ganz leichte Angstschweiß, den ein ängstlicher Reiter selbst noch gar nicht bemerkt, wird vom Pferd wahrgenommen. Es weiß dann: “Der da oben hat Angst:” Früher haben daher die Männer, die junge Pferde einritten, ihre Hände mit einem scharf riechenden Öl eingrieben, wenn sie unsicher waren. Es sollte ihren eigenen “Angstgeruch” übertünchen. Es bringt aber nichts, wenn man sich vor der nächsten Reitstunde mit Parfum bestäubt, denn Pferde sind nicht nur auf den Geruch angewiesen, um etwas wahrzunehmen. Die Unsicherheit des Reiters merken sie auch an dessen Bewegungen - so leicht sind sie nicht zu täuschen.

Immer der Nase nach

Auch ihre Umgebung erkennen Pferde am Geruch. Wissenschaftler haben durch Versuche herausgefunden, daß der phantastische Orientierungssinn, durch den sie den eigenen Stall finden, wohl zum größten Teil auf ihrem Geruchssinn beruht. Sie riechen: “Da geht´s nach Hause”, und zwar auf sehr weite Entfernungen.

Pferde erinnern sich sehr gut an Gerüche. Wenn sie einmal böse Erfahrungen mit einem Schmid oder Tierarzt gemacht haben, weil sie schmerzhaft oder mit Zwang behandelt werden mußten, erkennen sie Schmiede oder Tierärzte auch im Sonntagsanzug oder mit einer Karnevalsmaske. Sie nehmen den Geruch des Schmiedefeuers oder den von Medikamenten an dem Menschen wahr und bekommen sofort wieder Angst.

Wenn man ein fremdes Pferd reitet, das plötzlich zusammenschreckt und scheut, kann es sein, daß es einen Geruch in die Nase bekommen hat, der es an etwas Unangenehmens erinnert. Man muß nicht immer sehen, wovor Pferde scheuen. Wären unsere Nasen gut genug, könnten wir es oftmals riechen. Da wir das nicht können, müssen wir lernen, uns in die Pferde hineinzuversetzen. So fürchten sich viele Pferde seltsamerweise ganz schrecklich vor dem Geruch von Schweinen. Sobald sie ihn in die Nase bekommen, versuchen sie mit allen Mitteln umzukehren. Haben sie die Schweine erst einmal gesehen, dann wird ihnen meist klar, daß sie sich nicht fürchten müssen. Aber der Geruch allein genügt, unerfahrene Pferde in Angst und Schrecken zu versetzen.

Fühlen und Berühren

Die Herde gibt dem Pferd Sicherheit und Geborgenheit. Wenn Pferde Angst haben, drängen sie sich zusammen, um aus der Gegenwart der anderen Mut zu schöpfen.

Die Berührung spielt bei Pferden eine wichtige Rolle. Zwar haben sie keine Hände, mit denen sie Gegenstände erkunden könnten. Aber sie haben am Maul feine Tasthaare. Mit ihnen können sie Dinge behutsam befühlen, bevor sie sie beispielsweise mit den Lippen berühren. Wenn ein Pferd einen Gegenstand genauer kennenlernen möchte, dann wird es ihn zuerst vorsichtig beriechen. Ist der Geruch in Ordnung, flößt er ihm also keine Furcht ein, dann wird das Pferd näher an den Gegenstand herangehen und ihn mit den Tasthaaren berühren, bevor es ihn mit den Lippen oder Zähnen beknabbert.

Manche Pferde erkunden Gegenstände aber auch mit den Hufen. Fremde Gegenstände werden erst beriecht und dann ein bißchen hin und her geschoben und erst dann mit dem Maul berührt.

Soziale Fellpflege

Berührung kann Freundschaft und Zuneigung bedeuten. Befreundete Pferde kraulen sich gerne gegenseitig - besonders in der Zeit des Fellwechsels. Das ranghöhrere Pferd geht dann zum rangniederen Pferd und beknabbert auffordernd genau die Stelle, an der es selbst gekrault werden möchte. Das ist sehr oft der Widerrist oder der Rücken - Stellen, an denen Pferde sich selbst nicht kratzen können und die sie auch beim Wälzen nicht gut erreichen. Oft stehen zwei Pferde lange Zeit so beieinander und beknabbern sich gegenseitig. Diese sanfte Berührung dient nicht nur der Fellpflege, sondern auch dem Bedürfnis nach direktem Körperkontakt, das jedes Pferd hat. Manchmal erweisen Pferde diesen Freundschaftsdienst auch dem Menschen.

Weil die Berührung so wichtig ist, sollte das Putzen für die Pferde auch immer eine angenehme Sache sein. Schlimm ist es, wenn man sieht, wie manche Menschen den Pferden beim Putzen weh tun und die Pferde sich unter dem harten Striegel drehen und wenden und den Rücken senken. Wehren können sie sich nicht, weil sie ja angebunden sind. Damit baut man sicherlich keine Beziehung auf!

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