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Kleiner Ritt durch die Pferdegeschichte

Der Mensch hält die meisten Tiere als Produzenten von Fleisch, Milch, Wolle und Leder. Neben dem Hund und der Katze ist es nur noch das Pferd, das als Haustier zum Menschen in einem näheren seelischen Kontakt getreten ist.

Bis zur Erfindung der Maschinen leistete das Pferd dem Menschen gute Arbeit. Seit seiner Zähmung war das galoppierende Pferd der Maßstab höchster Geschwindigkeit. Von seinem Rücken aus wurde unzählige Reiche und Kulturen errichtet und wieder zerstört.

Das Pferd gehört mit dem Esel und Zebra zur Art der Wirbeltiere und zum Kreis der Säugetiere. Es gehört zu den Unpaarzehern und ist ein Einhufer. Man nimmt an, daß das Urpferdchen vor etwa 60 Millionen Jahren gelebt hat und etwa hundegroß war. Dieses Waldtier ernährte sich hauptsächlich von Blättern, verschmähte aber auch Insekten nicht und anderes Kleingetier. Der Darmtrakt des Pferdes weist noch heute Eigentümlichkeiten auf, die darauf hindeuten, daß dieses Tier nicht immer ein reiner Pflanzenfresser war. Im Laufe der Entwicklungsgeschichte änderte sich die Größe des Waldtieres und es wurde auf den weiten Grasebenen heimisch. Bei der Entwicklung zum flüchtigen Steppentier erfolgte auch die Aufrichtung zum Zehengänger.

Urpferd

Durch den immer enger werdenden Kontakt zum Menschen veränderte sich das Pferd durch züchterischen Eingriff in Form, Farbe und Größe. Auch der Verwendungszweck des Pferdes wurde durch Züchtung beeinflusst. So gibt es zum Beispiel Rassen wie das Mini-Shetty mit einem Stockmaß von ca. 50-79 cm, das hauptsächlich zum Fahren kleiner Wagen - und früher im Bergbau - eingesetzt wird. Für das Ziehen und Arbeiten von großen Wagen und schwerem Ackergerät wurde die so genannten Kaltblutpferde gezüchtet. Wobei ein Stockmaß über 175 cm und ein Gewicht von 1200 kg keine Seltenheit ist. Das Pferd hat sich im Laufe der Zeit auf Rauh- und Grünfutter umgestellt. Die Menge und Art des Futters sind abhängig von Rasse, Alter, Gewicht und Verwendungszweck. Wird das Pferd trainiert oder arbeitet hart, braucht es zusätzlich zum Gras oder Heu noch Kraftfutter in Form von z.B. Hafer oder speziellen Pellets. Ein Pony mit wenig Bewegung braucht mehr Rauhfutter (Stroh), ein Arbeitspferd (z.B. auf dem Acker) braucht mehr Kraftfutter.

Beim Grünfutter muß im Frühjahr darauf geachtet werden, daß das Pferd nicht zu viel davon bekommt (eingeschränkter Weidegang), weil der hohe Eiweißgehalt des jungen Grases Hufrehe (Hufentzündung) verursachen kann. Auch der Vitamin- und Mineralgehalt im Futter muß stimmen. Karotten, Äpfel und trockenes Brot sind eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan. Zum Trinken werden täglich 30-60 Liter frisches Wasser benötigt.

Für die Gesundheit des Pferdes ist nicht nur die Ernährung wichtig, sondern auch die Haltung und Pflege. Die Pflege eines Pferdes bedeutet nicht, daß es jeden Tag mit Wässerchen und Shampoo auf Hochglanz poliert werden muß. Das tägliche Bürsten und die Hufpflege reichen im Normalfall aus. Das Pferd sollte täglich auf Verletzungen und Parasiten überprüft werden.

Es braucht den ständigen Kontakt zu seinen Artgenossen. Wenn das Pferd im Offenstall mit seinen Kameraden gehalten wird, ist es in der Regel gesünder als ein Boxenpferd. Ein Offenstallpferd hat somit die Möglichkeit, die Pferdesprache zu erlernen und mit seinen Freunden zu spielen.
Durch diese Spiele und Rangordnungskappeleien kann es öfter zu kleineren Verletzungen kommen. Ein Boxenpferd dagegen ist anfälliger für Krankheiten, weil es durch die “Wohnungshaltung” zu wenig Abwehrkräfte entwickeln kann. Auch der soziale Kontakt und die Ausgeglichenheit fehlen dem Boxenpferd in den meisten Fällen.
Durch zu wenig frische Luft und zu viel Stallwärme kann es kein Winterfell aufbauen. Beim Wildpferd ist das Winterfell heute noch überlebensnotwendig.

Das Alter des Pferdes ist abhängig von Rasse, Haltung und Pflege. Ein Wildpferd wird durch die erschwerte Nahrungssuche (z.B. das Namib-Pferd in Afrika) nicht so alt wie ein gut gehaltenes und gepflegteres Pony. robuste Ponyrassen werden älter als hochtrainierte Leistungspferde. Der älteste bekannt Isländer wurde 48 Jahre alt.

Das Pferd hat heute auch in der Therapie eine große Bedeutung. So ist es zum Beispiel möglich, schwer behinderten Menschen durch den Umgang mit dem Pferd (auch bei der Delphin-Therapie in Florida) einen Zugang zur Realität und ihrer eigenen Beweglichkeit zu ermöglichen.

Heutzutage wird das Pferd vom Menschen meistens als Freizeitpartner und Sportgerät genutzt, obwohl Ausbildung und Arbeit mit dem Pferd sehr vielseitig sein kann.

Körperbau des Pferdes

Bei den Wirbeltieren ist der Körper um ein Knochengerüst, das Skelett gebaut. Das Skelett bestimmt die Form und Größe des Pferdes und besteht aus ungefähr 200 Knochen und Gelenken. Der Brustkorb wird durch Wirbelsäule, Rippen und Brustbein gebildet und umschließt Lunge und Herz.

  • 1 Gesichtsschädel
  • 2 Oberkiefer
  • 3 Unterkiefer
  • 4 Nasenbein
  • 5 Halswirbel
  • 6 Rückenwirbel
  • 7 Lendenwirbel
  • 8 Kreuzbein
  • 9 Schweifwirbel
  • 10 Rippenpaare
  • 11 Schulterblatt
  • 12 Schultergelenk
  • 13 Oberarmbein
  • 14 Brustbein
  • 15 Ellenbogengelenk
  • 16 Unterarmbein
  • 17 Vorderfußwurzelgelenk
  • 18 Röhrbein
  • 19 Fesselbein
  • 20 Kronbein
  • 21 Hufbein
  • 22 Ellenbogenhöcker
  • 23 Griffelbein
  • 24 Hüfthöcker
  • 25 Becken
  • 26 Hüftgelenk
  • 27 Oberschenkelbein
  • 28 Kniescheibe
  • 29 Kniegelenk
  • 30 Unterschenkelbein
  • 31 Sprunggelenk
  • 32 hinteres Röhrbein
  • 33 Fesselgelenk
  • 34 Kronengelenk
  • 35 Hufgelenk

Das Verdauungssystem der Pferde ist so gebaut, daß Nahrung mit hohem Faseranteil und geringem Nährstoffgehalt aufgeschlossen und verdaut werden kann. Dabei ist der Magen sehr klein und nur geringfügig größer als das Herz. Damit die Pferde große Mengen Futter verdauen können, haben sie einen sehr langen Dickdarm.

Eine weitere Besonderheit bei Pferden ist, daß sie aufgenommenes Futter nicht wieder hoch würgen und erbrechen können. Was gefressen wird, muß den Körper und den Verdauungstrakt durchwandern.

  • 1 Nasenhöhle
  • 2 Kehlkopf
  • 3 Luftröhre
  • 4 Herz
  • 5 Lunge
  • 6 Zwerchfell
  • 7 Speiseröhre
  • 8 Magen
  • 9 Dünndarm
  • 10 Dickdarm
  • 11 Mastdarm
  • 12 Leber
  • 13 Milz
  • 14 Niere
  • 15 Harnleiter
  • 16 Harnblase
  • 17 Penis
  • 18 Hoden
  • 19 Gehirn
  • 20 Rückenmark

Schlecht gekaut ist schlecht verdaut - das gilt wie beim Menschen auch beim Pferd. Nur gut zerkleinerte und eingespeichelte Nahrung kann vom Körper aufgenommen und verwertet werden. Deshalb müssen einmal im Jahr die Zähne des Pferdes kontrolliert werden.

Eine abwechslungsreiche Nahrung ist wichtig für eine gleichmäßige Belastung und Abnutzung der Zähne. Wird nur weiches Futter gefressen, werden die Backenzähne schräg abgeschmirgelt und bilden scharfe Kanten, die zu Verletzungen im Maul führen können. Deshalb müssen harte Zweige oder ganze Haferkörner vom Kiefer zermahlen werden, damit das Abschleifen der Zähne gleichmäßig erfolgt. Liegen Zahnschäden vor, können andere Krankheiten die Folge sein.

Der Zahn der Zeit

Das Pferd zermalmt beim Fressen die pflanzliche Nahrung. Dazu braucht es viele flache Zähne. Damit alle Zähne “Platz haben”, ist der Kopf ziemlich lang.

Pferdezähne nutzen sich viel schneller ab als Menschenzähne. Sie wachsen jedoch langsam nach, solange das Pferd lebt. Anhand von Zahnwechsel, Abnutzung der Zahnflächen und Veränderung der Schneidezähne kann man das Alter von Pferden bestimmen.

  • 1 Zangen
  • 2 Mittelzähne
  • 3 Eckzähne
  • 4 Hakenzähne
  • 5 -7 vordere Backenzähne
  • 8 - 10 hintere Backenzähne

 

Falabella
Shire Horse
pferd_skelett
pferd_muskeln
pferd_innereien
pferd_schaedel
Rahmen grün gold
Wallachherde
Offenstall

 

Grundrechte des Pferdes

Das Pferd ist ein Lauftier, also braucht es viel Bewegung
auf der Weide.
Pferde sind Herdentiere, also braucht es Gesellschaft.
Pferde sind Lebewesen mit vielen Stimmungen und Launen.
Deshalb muss der Mensch das Wesen der Pferde verstehen lernen.
Nur dann kann er
richtig mit Pferden umgehen!

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